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Wasservergiftung bei Säuglingen

Vor einigen Tagen wurde ich auf ein wichtiges Thema bei der Hitze aufmerksam gemacht: Die Wasservergiftung bei Säuglingen.


Immer wieder begegnen uns gerade bei diesem heißen Wetter Fälle in unserer Notaufnahme. Die Säuglinge werden zum Teil in besorgniserregendem Zustand vorgestellt: die Babies wirken lethargisch und aufgedunsen, zum Teil zeigen sich Krampfanfälle und wir stellen eine niedrige Körpertemperatur von um die 36 Grad fest. Bei genauerem Nachfragen erfahren wir dann, dass die Eltern dem Säugling aus Angst vor Dehydrierung statt Milch auch jede Menge Wasser zu trinken gegeben haben: gut gemeint aber leider fatal.

Wasser scheint eine harmlose Flüssigkeit sein und für uns alle ist sie lebensnotwendig. Deswegen kann man sich schwer vorstellen, dass für Säuglinge zu viel Wasser lebensbedrohlich sein kann.

Ein anderer häufiger Grund, warum Babys zu viel Wasser trinken, ist die Verdünnung von Formula Nahrung oder Muttermilch. Formula Nahrung ist nicht billig und manche Eltern verdünnen die Nahrung mit zu viel Wasser.



Was passiert wenn ein Baby zu viel Wasser trinkt?

Der Wasserhaushalt von Babys ist empfindlicher. Der Flüssigkeitsumsatz ist in Bezug auf das Körpergewicht erhöht. Wenn das Baby nun Wasser trinkt, verdünnt sich das Blut, weil das Wasser wenig Natrium enthält. Die Babynieren können noch keine große Mengen an Wasser ausscheiden. Der Körper möchte den niedrigen Natriumgehalt im Blut wieder ausgleichen und so tritt das Wasser ins Gewebe und schwemmt die Zellen auf.

Es resultieren also zwei Probleme, die bedrohlich werden können:

1.) Eine Elektrolytimbalance (vor allem Natrium)

2.) Eine Aufschwemmung von Zellen. Das kann besonders bei den Gehirnzellen Symptome verursachen.


Ein Säugling erhält durch die Muttermilch oder Formula Nahrung ausreichend Flüssigkeit und braucht kein Wasser. Die Muttermilch selbst besteht zum Beispiel zu 88% aus Wasser.

An so heißen Tagen ist es deswegen wichtig, dass die Mutter ausreichend Wasser trinkt, damit die Milchproduktion für ihr Baby ausreichend ist.

Sobald du bei deinem Baby die Beikost einführst (ca. ab dem 6. Lebensmonat) nimmt dein Kind über die Nahrung vermehrt Elektrolyte auf. Nun darf es auch Wasser trinken. In der Regel steuern die Kinder ihre Trinkmenge selbst. Du darfst deinem Baby also immer wieder Wasser anbieten und es wird das trinken, was es braucht. Der Hauptbestandteil an Flüssigkeit wird aber bis zu dem ersten Lebensjahr über Milch und Nahrung aufgenommen werden.


Wieviel Flüssigkeit braucht mein Kind?

Gerade an heißen Tagen wirst du feststellen, dass dein Kind öfter und kürzer angelegt werden will. Das ist in Ordnung, denn so erhält dein Baby mehr Muttermilch mit einem größeren Wasseranteil. Allgemein gesprochen hat ein Baby ausreichend Flüssigkeit, wenn die Fontanelle (weiche Stelle am Schädel) im Niveau ist, die Hautfarbe rosig ist, das Kind munter ist, gut gedeiht und die Windeln nass sind.

Als grober Richtwert braucht ein Baby ca 1/6 seines Körpergewichts an Flüssigkeit. Je kleiner dein Baby ist, desto höher ist der Flüssigkeitsbedarf verglichen mit dem Körpergewicht. Für dich reicht es aber in der Regel, dass du auf die Zeichen von Dehydrierung achtest (also zum Beispiel wenn die Windeln nicht mehr nass sind).

Ab der Beikosteinführung brauchen Babys inklusive Milchnahrung etwa 500 ml Flüssigkeit. Kleinkinder bis 3 Jahre benötigen bis zu 1 Liter Flüssigkeit.



Super, dass du dich über dieses wichtige Thema informiert hast. Und nun viel Spaß im Sommer und genieße das schöne Wetter.