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Babymilch

Wenn Mutter und/oder Baby sich entscheiden, das Stillen nicht mehr fortzuführen, muss auf Säuglingsnahrung zurückgegriffen werden. Jeder Drogeriemarkt bietet mittlerweile unzählige Produkte an. Deswegen möchte ich einen kleinen Überblick geben, worauf geachtet werden sollte:




In den ersten sechs Lebensmonaten sind die Nahrungen mit der Bezeichnung „Pre“ oder „1er“ Nahrung gut geeignet. Diese beiden Produkte unterscheiden sich in ihrer Kohlenhydratzusammensetzung (Pre-Nahrung enthält Lactose, 1er Nahrung enthält zusätzlich Stärke). Die Stärke aus der „1er“ Nahrung sättigt besser, kann aber auch zu vermehrt Blähungen führen. Die „Pre“-Nahrung ist der Muttermilch sonst so gut es geht nachempfunden.

Säuglingsnahrung kann aber nie die wertvollen Immunglobuline, die Muttermilch enthält, beinhalten.


Bei einer Allergieneigung wird außerdem der Zusatz „HA“ (hypoallergen) empfohlen. Das Kuhmilcheiweiß ist bei dieser Nahrung in kleinere Bestandteile aufgespalten. In den internationalen Richtlinien wird die Ernährung mit HA-Nahrung in Familien mit Allergien nach wie vor empfohlen, obwohl sich die Datenlage erhärtet, dass das Allergierisiko durch HA-Nahrung nicht gesenkt werden kann.


Manchen Säuglingsnahrungen sind Pre-/ oder Probiotika hinzugefügt. Prebiotika sind Ballaststoffe für die Nahrung von guten Darmbakterien, Probiotika sind „gute Darmbakterien“. Dabei ist besonders der Zusatz von sogenannten guten Darmbakterien wie Lactobacillus reuteri kritisch zu bewerten und negative gesundheitliche Effekte können nicht ausgeschlossen werden.


Vielen Säuglingsnahrungen sind mehrfach ungesättigt langkettige Fettsäuren (zb Arachidonsäure=AA oder Docosahexaensäure=DHA) hinzugefügt, die das Baby für die Gehirn und Sehentwicklung braucht. Seit Februar 2020 ist der Zusatz von DHA verpflichtend, der Zusatz von AA ist dem Hersteller überlassen.Der Nutzen solcher langkettigen Fettsäuren in Säuglingsnahrung für die mentale Entwicklung und die Entwicklung der Sehkraft konnte aber noch nicht eindeutig belegt werden. Obwohl es noch keine eindeutigen Studienergebnisse zu den ungesättigten Fettsäuren gibt, befürworten viele Experten den Zusatz von langkettigen ungesättigten Fettsäuren, denn: erstens sind diese in Muttermilch enthalten und zweitens können Babys, besonders Frühgeborene diese oft noch nicht selbst in ausreichender Menge herstellen.

Neben der „Pre“ und „1er“ Milch bieten die Hersteller noch sogenannte Folgemilch an, die dann bezeichnet werden als „2er“ (ab dem 4. Lebensmonat) /“3er“ (ab dem 10. Lebensmonat) Milch bezeichnet wird. Die Bezeichnung Folgemilch darf verwendet werden, wenn das Eiweiß der Milch aus Kuhmilcheiweiß gewonnen wurde. Tatsächlich kann man während der ganzen Babyzeit bedenkenlos „1er“- und „Pre“-Milch füttern. Trotzdem greifen viele Eltern auf die Folgenahrungen zurück. Der Grund dafür ist, dass die Eltern sich vor allem nachts eine längere Sättigung dadurch versprechen. Denn: Folgenahrungen enthalten eine andere Kohlenhydratzusammensetzung (Lactose, Stärke, Maltodextrin) und oft mehr Eiweiß. Wenn auf Folgenahrungen zurückgegriffen wird, sollte das aber frühstens ab Beikostbeginn stattfinden.