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Wenn Kinder psychisch leiden – warum sich gerade viele Eltern allein fühlen (und wo es Hilfe gibt)

  • Kinderleibundseele
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit


„Irgendwas stimmt nicht – aber ich weiß nicht, was ich tun soll.“


Viele Eltern kennen dieses Gefühl.


Das eigene Kind zieht sich plötzlich zurück.

Oder ist ständig gereizt.

Oder hat Bauchschmerzen, ohne dass körperlich etwas gefunden wird.

Oder wirkt dauerhaft traurig, erschöpft oder überfordert.


Und dann kommt oft noch etwas dazu:

Das Gefühl, alleine damit zu sein.


Viele Eltern berichten heute:


  • „Ich bekomme keinen Therapieplatz.“

  • „Ich weiß nicht, ob das noch normal ist.“

  • „Alle anderen scheinen das besser im Griff zu haben.“

  • „Ich will meinem Kind helfen – aber ich weiß nicht wie.“



Die Wahrheit ist:

👉 Sehr viele Familien kämpfen gerade mit ähnlichen Themen.

👉 Und: Es ist kein Zeichen von Versagen, wenn Kinder psychisch belastet sind.


Warum psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen aktuell so häufig sind


Die letzten Jahre waren für Kinder und Jugendliche außergewöhnlich belastend – und die Folgen spüren wir noch.


Mehrere Belastungen treffen gleichzeitig zusammen


Viele Kinder wachsen aktuell auf mit:


  • Nachwirkungen der Pandemie (soziale Unsicherheit, Schulprobleme, Ängste)

  • Dauerkrisen in Nachrichten und Social Media

  • Leistungsdruck in Schule und Freizeit

  • Weniger echte Erholungsräume

  • Dauervergleich über soziale Medien

  • Zukunftsängste (Klima, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit)



Besonders betroffen sind aktuell:


  • Jugendliche ab ca. 13–14 Jahren

  • Mädchen im Jugendalter

  • Kinder mit chronischen Erkrankungen

  • Kinder mit familiären Belastungen



Wie sich psychische Probleme bei Kindern zeigen können (und oft übersehen werden)


Viele Eltern erwarten typische Symptome wie Traurigkeit oder Rückzug.

Aber gerade bei Kindern zeigt sich psychische Belastung oft anders.


Häufige Warnzeichen


  • Reizbarkeit statt Traurigkeit

  • Bauch- oder Kopfschmerzen ohne klare Ursache

  • Schlafprobleme

  • Schulvermeidung

  • Rückzug von Freunden

  • Starker Leistungsdruck / Perfektionismus

  • Plötzliche Wutausbrüche

  • Selbstwertprobleme



Wichtig:

👉 Einzelne schlechte Tage sind normal.

👉 Veränderungen über Wochen sollte man ernst nehmen.


Das große Problem: Hilfe zu finden ist oft schwer


Viele Eltern erleben aktuell:


  • Monate Wartezeit auf Therapieplätze

  • Unklare Zuständigkeiten

  • Überforderung im Gesundheitssystem

  • Zu wenig niedrigschwellige Angebote



Das erzeugt ein Gefühl von:

➡ Hilflosigkeit

➡ Schuld

➡ Scham

➡ Isolation


Und genau hier ist ein wichtiger Punkt:


Du bist als Elternteil nicht schuld an einer psychischen Erkrankung deines Kindes.


Du bist aber ein entscheidender Schutzfaktor – allein dadurch, dass du hinschaust.



Was Eltern konkret tun können – auch ohne sofortigen Therapieplatz


1️⃣ Beziehung vor Lösung



Kinder brauchen zuerst:


  • Zuhören

  • Ernst genommen werden

  • Keine schnellen Lösungen

  • Keine Bagatellisierung („Das geht vorbei“)



Hilfreiche Sätze:


  • „Ich merke, dass es dir gerade schwer fällt.“

  • „Du kannst mir alles erzählen.“

  • „Wir finden gemeinsam Hilfe.“



2️⃣ Kinderarzt / Kinderärztin als erste Anlaufstelle nutzen



Viele Eltern unterschätzen das.


Kinderärzte können:


  • körperliche Ursachen ausschließen

  • einschätzen, wie dringend Hilfe ist

  • Kontakte vermitteln

  • Eltern stabilisieren und beraten



Gerade bei somatischen Beschwerden extrem wichtig.



3️⃣ Schule einbeziehen


Viele Eltern haben Angst davor – aber Schule kann entlasten.


Mögliche Ansprechpartner:


  • Klassenlehrer

  • Schulsozialarbeit

  • Schulpsychologischer Dienst



4️⃣ Niedrigschwellige Hilfen nutzen (auch parallel zur Therapiesuche)


Zum Beispiel:


  • Telefon- oder Chatberatungen

  • Familienberatungsstellen

  • Jugendberatungsstellen

  • Online-Angebote (als Ergänzung, nicht Ersatz für Therapie)



Wann Eltern sofort Hilfe suchen sollten


Sofort handeln bei:


  • Suizidgedanken oder -äußerungen

  • Selbstverletzung

  • Kompletter sozialer Rückzug

  • Nahrungsverweigerung

  • Panikattacken mit Funktionsverlust

  • Schulverweigerung über längere Zeit


Dann:

➡ Kinderarzt

➡ Kinder- und Jugendpsychiatrie

➡ Notaufnahme (wenn akut)



Was Kinder in belastenden Zeiten am meisten schützt


Studien zeigen immer wieder:


Nicht Perfektion schützt Kinder.

Nicht perfekte Erziehung schützt Kinder.


Sondern:


  • Verlässliche Bezugspersonen

  • Emotionale Sicherheit

  • Ernst genommen werden

  • Fehler machen dürfen

  • Das Gefühl: „Ich bin nicht allein.“


Eine wichtige Botschaft an Eltern



Wenn du dir Sorgen um dein Kind machst, bist du kein „überängstlicher“ Elternteil.


Du bist aufmerksam.

Du bist fürsorglich.

Du bist genau das, was dein Kind braucht.


Und Hilfe holen ist kein Scheitern.

Es ist Fürsorge.



Fazit


Die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen ist aktuell hoch – und viele Familien fühlen sich damit alleine.


Aber:


  • Es gibt Hilfswege.

  • Es gibt Unterstützung.

  • Und Eltern können enorm viel bewirken – auch ohne sofortige Therapie.



Der wichtigste erste Schritt ist oft:

👉 Hinschauen

👉 Zuhören

👉 Hilfe annehmen

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