Wenn Kinder psychisch leiden – warum sich gerade viele Eltern allein fühlen (und wo es Hilfe gibt)
- Kinderleibundseele
- vor 4 Tagen
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„Irgendwas stimmt nicht – aber ich weiß nicht, was ich tun soll.“
Viele Eltern kennen dieses Gefühl.
Das eigene Kind zieht sich plötzlich zurück.
Oder ist ständig gereizt.
Oder hat Bauchschmerzen, ohne dass körperlich etwas gefunden wird.
Oder wirkt dauerhaft traurig, erschöpft oder überfordert.
Und dann kommt oft noch etwas dazu:
Das Gefühl, alleine damit zu sein.
Viele Eltern berichten heute:
„Ich bekomme keinen Therapieplatz.“
„Ich weiß nicht, ob das noch normal ist.“
„Alle anderen scheinen das besser im Griff zu haben.“
„Ich will meinem Kind helfen – aber ich weiß nicht wie.“
Die Wahrheit ist:
👉 Sehr viele Familien kämpfen gerade mit ähnlichen Themen.
👉 Und: Es ist kein Zeichen von Versagen, wenn Kinder psychisch belastet sind.
Warum psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen aktuell so häufig sind
Die letzten Jahre waren für Kinder und Jugendliche außergewöhnlich belastend – und die Folgen spüren wir noch.
Mehrere Belastungen treffen gleichzeitig zusammen
Viele Kinder wachsen aktuell auf mit:
Nachwirkungen der Pandemie (soziale Unsicherheit, Schulprobleme, Ängste)
Dauerkrisen in Nachrichten und Social Media
Leistungsdruck in Schule und Freizeit
Weniger echte Erholungsräume
Dauervergleich über soziale Medien
Zukunftsängste (Klima, Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit)
Besonders betroffen sind aktuell:
Jugendliche ab ca. 13–14 Jahren
Mädchen im Jugendalter
Kinder mit chronischen Erkrankungen
Kinder mit familiären Belastungen
Wie sich psychische Probleme bei Kindern zeigen können (und oft übersehen werden)
Viele Eltern erwarten typische Symptome wie Traurigkeit oder Rückzug.
Aber gerade bei Kindern zeigt sich psychische Belastung oft anders.
Häufige Warnzeichen
Reizbarkeit statt Traurigkeit
Bauch- oder Kopfschmerzen ohne klare Ursache
Schlafprobleme
Schulvermeidung
Rückzug von Freunden
Starker Leistungsdruck / Perfektionismus
Plötzliche Wutausbrüche
Selbstwertprobleme
Wichtig:
👉 Einzelne schlechte Tage sind normal.
👉 Veränderungen über Wochen sollte man ernst nehmen.
Das große Problem: Hilfe zu finden ist oft schwer
Viele Eltern erleben aktuell:
Monate Wartezeit auf Therapieplätze
Unklare Zuständigkeiten
Überforderung im Gesundheitssystem
Zu wenig niedrigschwellige Angebote
Das erzeugt ein Gefühl von:
➡ Hilflosigkeit
➡ Schuld
➡ Scham
➡ Isolation
Und genau hier ist ein wichtiger Punkt:
Du bist als Elternteil nicht schuld an einer psychischen Erkrankung deines Kindes.
Du bist aber ein entscheidender Schutzfaktor – allein dadurch, dass du hinschaust.
Was Eltern konkret tun können – auch ohne sofortigen Therapieplatz
1️⃣ Beziehung vor Lösung
Kinder brauchen zuerst:
Zuhören
Ernst genommen werden
Keine schnellen Lösungen
Keine Bagatellisierung („Das geht vorbei“)
Hilfreiche Sätze:
„Ich merke, dass es dir gerade schwer fällt.“
„Du kannst mir alles erzählen.“
„Wir finden gemeinsam Hilfe.“
2️⃣ Kinderarzt / Kinderärztin als erste Anlaufstelle nutzen
Viele Eltern unterschätzen das.
Kinderärzte können:
körperliche Ursachen ausschließen
einschätzen, wie dringend Hilfe ist
Kontakte vermitteln
Eltern stabilisieren und beraten
Gerade bei somatischen Beschwerden extrem wichtig.
3️⃣ Schule einbeziehen
Viele Eltern haben Angst davor – aber Schule kann entlasten.
Mögliche Ansprechpartner:
Klassenlehrer
Schulsozialarbeit
Schulpsychologischer Dienst
4️⃣ Niedrigschwellige Hilfen nutzen (auch parallel zur Therapiesuche)
Zum Beispiel:
Telefon- oder Chatberatungen
Familienberatungsstellen
Jugendberatungsstellen
Online-Angebote (als Ergänzung, nicht Ersatz für Therapie)
Wann Eltern sofort Hilfe suchen sollten
Sofort handeln bei:
Suizidgedanken oder -äußerungen
Selbstverletzung
Kompletter sozialer Rückzug
Nahrungsverweigerung
Panikattacken mit Funktionsverlust
Schulverweigerung über längere Zeit
Dann:
➡ Kinderarzt
➡ Kinder- und Jugendpsychiatrie
➡ Notaufnahme (wenn akut)
Was Kinder in belastenden Zeiten am meisten schützt
Studien zeigen immer wieder:
Nicht Perfektion schützt Kinder.
Nicht perfekte Erziehung schützt Kinder.
Sondern:
Verlässliche Bezugspersonen
Emotionale Sicherheit
Ernst genommen werden
Fehler machen dürfen
Das Gefühl: „Ich bin nicht allein.“
Eine wichtige Botschaft an Eltern
Wenn du dir Sorgen um dein Kind machst, bist du kein „überängstlicher“ Elternteil.
Du bist aufmerksam.
Du bist fürsorglich.
Du bist genau das, was dein Kind braucht.
Und Hilfe holen ist kein Scheitern.
Es ist Fürsorge.
Fazit
Die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen ist aktuell hoch – und viele Familien fühlen sich damit alleine.
Aber:
Es gibt Hilfswege.
Es gibt Unterstützung.
Und Eltern können enorm viel bewirken – auch ohne sofortige Therapie.
Der wichtigste erste Schritt ist oft:
👉 Hinschauen
👉 Zuhören
👉 Hilfe annehmen


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