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Bindehautentzündung beim Kind

In der Medizin ist weniger manchmal mehr. Oft tun wir den Kindern den größten Gefallen, wenn wir zusehen und abwarten und auf die Selbstheilungskräfte des Körpers vertrauen. Das ist auch die viel zitierte Definition eines guten Arztes: der weiß, wann er besser nichts tut.

Ein Beispiel für so ein Verhalten kann die Bindehautentzündung sein.


Bindehautentzündungen sind in der Hälfte aller Fälle viral, in der anderen Hälfte der Fälle bakteriell.

Das heißt also: in der Hälfte der Fälle sind antibiotische Augentropfen notwendig, aber in der anderen Hälfte der Fälle eben auch nicht.

Der Kinderarzt wird also entscheiden, ob antibiotische Augentropfen notwendig sind. Dazu wird er erst einmal den Allgemeinzustand des Kindes beurteilen: ist es anderweitig erkrankt, hat es Schnupfen, hat es Fieber?


Bakterielle Infektionen des Auges sind außerdem unwahrscheinlicher, wenn das Kind

  • Älter als 6 Jahren ist

  • Es Sommer ist

  • Das Auge nur tränt, aber nicht eklig gelb verklebt ist

  • Das Kind nicht mit verklebten Augen am Morgen aufwacht.

Nichtsdestotrotz: auch wenn der Kinderarzt sich fürs zuwarten entscheidet und noch nicht antibiotisch behandeln möchte, dann solltest du wissen, dass Bindehautentzündungen in der Regel sehr ansteckend sind. Sowohl für das nicht betroffenene Auge als auch für das Umfeld.

Aus dem Grund gebe ich dir ein paar Faustregeln mit:

  • Möglichst häufig die Hände waschen (auch die deines Kindes)

  • Und immer so tun, als ob beide Augen betroffen wären: das heisst auch in beide Augen Augentropfen geben (auch antibiotische).

  • Hygiene auch bei Hygieneartikeln: getrennte Handtücher benutzen und die Handtücher nach Benutzung gut waschen.

Anwendung von Augentropfen

Die Anwendung von Augentropfen bei Kindern ist zugegebenermaßen nicht einfach. Theoretisch sollte man die Tropfen (in der Regel 2) dreimal täglich in den Bindehautsack geben. Dazu zieht man das Unterlid ein wenig nach vorne und lässt die Tropfen in den Sack hineintropfen. Bei einem ruhigen Kind geht das bei Babys am besten, indem man sie mit leicht überstrecktem Kopf auf den Rücken legt und bei Kindern, indem man sie bittet, den Kopf in den Nacken zu legen. Man kann das Kind unterstützen, indem man ein Kissen in den Nacken legt und den Kopf leicht überstreckt.

Wenn das mal nicht klappen sollte, kann man das Kind auch auf den Rücken legen und die Augentropfen in den Augenwinkel geben. Sobald das Kind die Augen öffnet, laufen die Tropfen automatisch in das Auge hinein.

Bevor man die Tropfen verabreicht, sollte man sich die Hände waschen. Die Augentropfenflasche sollte nicht mit dem Auge in Berührung kommen.